Hyaluroninjektionen in ein Gelenk

Unsere natürliche Gelenkflüssigkeit enthält Hyaluronsäure. Sie dient der Gleitfähigkeit im Gelenk und verbessert die stoßdämpfenden Eigenschaften der Gelenksflüssigkeit und des Knorpels. Wir produzieren Hyaluronsäure in unserer Synovialmembran (Gelenkschleimhaut). Das Hyaluron verbessert die Viskosität (Schmiereigenschaft) der Gelenkflüssigkeit und wirkt zusätzlich entzündungshemmend.

Arthrose bedeutet "Verschleiß des Gelenkes". Wir alle werden älter und unsere Gelenke mit uns. Ein gewisser Grad an Arthose ist daher ein natürlicher Alterungsprozess. Dieser Prozess verläuft meist sehr langsam über viele Jahre und Jahrzehnte. Zunächst meist schmerzfrei, später durch Entzündungen (aktivierte Arthrose) dann auch schmerzhaft, teilweise in Schüben. Verstärkt werden kann eine Arthrose durch Fehlbelastung im Beruf oder beim Sport, durch Verletzungen, bei familiärer Disposition, durch Übergewicht, Bewegungsmangel und schwache Muskulatur, Fehlernährung, andere Erkrankungen etc.

Die akute Entzündung macht sich durch Schmerzen, manchmal auch zusätzlich durch Schwellungen und Rötung des betroffenen Gelenkes bemerkbar. In dieser Situation wird zunächst die aktuelle Entzündung behandelt.

Im Bereich der Dauertherapie - also im entzündungsfreien oder entzündungsarmen Intervall können Hyaluroninjektionen gesetzt werden, um, wie oben beschrieben, die Gleitfähigkeit und den "Stoßdämpfereffekt" im Gelenk zu verbessern. Dabei wird das Hyaluron direkt in das Gelenk injiziert und ist somit direkt am Wirkort.

Am häufigsten werden die Hyaluroninjektionen am Kniegelenk gesetzt. Es ist unser größtes Gelenk und ist vielfacher Druckbelastung, Dauerbelastung und auch Drehbewegungen ausgesetzt. Die Hyaluroninjektionen gehören zu den möglichen konservativen Behandlungen neben anderen Therapieformen (z.B: Medikamente, physikalische Therapie, Physiotherapie, Muskelaufbau durch geeignete Sportarten, Trainingstherapie, Bandagen und Orthesen, Akupunktur, therapeutischen Krenspin/MBST u.v.m). In manchen Fällen kann damit eine Knieoperation auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden oder gar ganz abgewendet werden.

Meist wird eine Serie von 5 Injektionen in ca. wöchentlichem Abstand gesetzt. Es gibt auch andere Verabreichungsformen. 

Injektionen in das Gelenk mit Hyaluron sind nicht möglich bei Patienten, die aufgrund von blutverdünnendnen Medikamenten keine Injektionen erhalten dürfen (z.B. Marcumar-Patienten aber auch bei anderen Medikamenten) oder bei Menschen mit Allergie auf Hyaluron. In jedem Fall findet vor der Behandlung ein Gespräch und eine Untersuchung durch den Arzt/Ärztin statt bei dem Vorteile und Risiken ausführlich besprochen werden und Sie Ihre Fragen stellen können.