Praxis & Medizin

neues Schuljahr | Praxis

diese Woche beginnt bei uns das neue Schuljahr. Nach über sechs Wochen Ferien freuen sich nicht nur die Eltern, sondern auch viele Kinder auf die Schule - erstere sind froh, dass die lieben Kleinen wieder sinnvoll beschäftigt sind und man es wieder einmal geschafft hat, die Betreuung der Kinder in der langen Ferienzeit gestemmt zu haben, letztere freuen sich ihre Freunde und Klassenkameraden wieder zu sehen. 

In der Sprechstunde werden wir oft gefragt, ob der vollgepackte und damit recht schwere Schulranzen der Kinder vielleicht schädlich sein könnte. Wie unser Berufsverband gerade in einer Veröfentlichung berichtet (nahzulesen unter:https://orthinform.de/patienteninformationen/das-uebel-der-kindheit-sitzen ), ist eine zu schwere Schultasche eher selten die Ursache für Rückenschmerzen. Kinder können problemlos 15-20% ihres Körpergewichtes in einem auf den Rücken getragenen Schulranzen tragen. Zu achten ist dabei auf die richtige Einstellung der Riemen: der Schulranzen/Rucksack darf nicht zu tief hängen und natürlich ist es gut, darauf zu achten, dass keine unnötigen Dinge - und damit unnötiges Gewicht - in die Schule geschleppt werden. Was unseren Kindern viel mehr schadet ist die lange Sitzzeit. Obwohl gerade Kinder im Wachstum für eine gesunde Entwicklung sehr viel körperliche Bewegung brauchen, sitzen Kinder sogar noch mehr als Erwachsene! Zu der Zeit, die Kinder und Jugendliche sitzend in der Schule verbringen, kommen noch Sitzzeiten beim Frühstück, oft auf dem Weg hin- und zurück von der Schule, beim MIttag- und Abendessen, am Nachmittag bei den Hausufgaben, vor dem Fernseher, dem Computer, mit dem Handy, an der Spielkonsole und so weiter. Wenn sich Kinder/Jugendliche "zum Spielen" treffen, ist damit oft nicht das Fußballspiel, Radfahren, Schwimmen gehen oder Seilchenspringen wie im letzten Jahrhundert gemeint, sondern man hockt (wortwörtlch!) in einer Runde und daddelt .. das ist des Orthopäden Alptraum..., viel schlimmer sind die Schäden an der Muskulatur und damit der gesamten Körperhaltung der Kinder. Muskeln verkürzen und dadurch entstehen Schmerzen, die wir früher nur bei Erwachsenen gesehen haben. Rücken- und Nackenschmerzen treten bei Kindern und Jugendlichen heute doppelt so häufig auf, wie vor 20 Jahren.  

Was hilft, ist natürlich viel mehr Bewegung!

Wir Orthopäden empfehlen Sport täglich in den Schulalltag zu integrieren und in den Pausen Bewegung zu fördern. Zu Hause können Eltern ihren Kindern beibringen und vorleben, wie wichig Bewegung und Sport sind. Dabei kommen mehrer Vorteile zusammen: der gemeinsame Sport oder die gemeinsamen Aktivitäten (am Besten draußen) machen allen Spaß, fördern nicht nur die Gesundheit der Kinder, sondern auch die der Eltern, man lernt Neues, macht neue Erfahrungen, verbringt Zeit gemeinsam, hat (bildschirmfreie !) Zeit füreinander und man lernt nebenbei Teamgeist, Ausdauer, gewinnen und verlieren, füreinander einstehen, sich aufeinander verlassen. Mit größeren Kindern/Jugendlichen kommen auch Ehrgeiz und Herausforderungen, die gemeistert werden, dazu. Je früher Sie mit Ihren Kindern Sport zu einem selbstverständlichen Bestandteil Ihres täglichen Lebens und Ihrer Freizeit machen, desto mehr tun Sie für die Gesundheit Ihrer Kinder - und für sich selbst. Viel Spaß dabei!

 

 

 

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